Kitesurfcamp in Beaduc

Kitesurfe Camp Beauduc

HOLPERFAHRTEN, FRANZÖSISCHER WEIN UND EXTREME SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER

Nach drei abwechslungsreichen Wochen sind unsere Kitesurfcamps in Beauduc bereits wieder vorbei. Ziemlich durchgeschüttelt durch unsere Autofahrten über Holperpisten und Sanddünen zum Beach, dafür verwöhnt mit vorzüglichem Essen und süffigem französischen Rotwein, oft geplagt von Mückenstichen aber entzückt von romantischen Sonnenuntergänge, haben wir eine gute Zeit verbracht.
Auch bezüglich Wind konnten wir uns nicht beklagen, denn mehrheitlich war dieser zuverlässig zur Stelle. Manchmal war es zwar nur eine schwache Brise und dann wiederum gab es Sturm mit über 40 Knoten; so mussten wir eben etwas flexibel bleiben.

Abwechslungsreich waren nicht nur der Wind, sondern auch unsere Kiteschülerinnen und Kiteschüler. Ob extrem begabt, extrem unterhaltsam oder mit extrem langen Haaren; unsere Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer hatten alle irgendetwas zu bieten.

Da war zum Beispiel Kim, unsere zukünftige Leichathletikjuniorenweltmeisterin (bei Interesse an einem Sponsoring, bitte bei uns melden), die ihrem Papa bald um die Ohren surfte. Doch Joachim, Kims Vater, übte bis zum letzten Tag fleissig weiter, damit er mit seiner Tochter mithalten konnte - mit Erfolg!
Eines unserer Talente war auch Remo, der Cowboy, der dank seinen Wakeboarderfahrungen nach dem zweiten Versuch mit dem Brett bereits unkontrolliert übers Meer flitzte. Remo ist jedoch nicht nur begabter Wassersportler, sondern auch talentierter Musiker. Ob ihr eher an Rock and Roll oder an Kirchenmusik interessiert seid, auf Remos Homepage (www.remob.ch) findet ihr was ihr wünscht.

Remos Kumpel Roman musste uns leider am 2. Tag bereits wieder verlassen, da er beim Auto-Wakeboarden (aus Sicherheitsgründen gehe ich hier nicht weiter darauf ein, um Nachahmungstäter zu vermeiden) den Fuss verletzte.

Ein grosses Persönlichkeiten-Duo waren Christoph, unser Arzt, und Bruno, unser Fluglotse (die ärztliche Betreuung nahmen wir gerne in Anspruch, das Lotsen unserer Kites übernahmen wir lieber selbst). Die zwei haben sich auf der Hinreise kennen gelernt und waren seit Anbeginn unzertrennlich wie Dick und Doof. Obwohl sie sich gegenseitig immer wieder auf die Kappe gaben, waren sie zwei wirklich liebenswürdige Kerle. Nur bei Bruno musste man manchmal etwas vorsichtig sein, wenn er sich zu sehr angegriffen fühlte: „Pass uf man, figg mi nöd a!“
Christoph ist Spezialist in Sachen Herzrhythmusstörungen. Seine Arbeit interessierte uns natürlich sehr und so versuchte er uns durch gezielte Vergleiche seine Arbeit verständlich zu machen. Wie er mit irgend so einem Dingsda von der Hüfte her durch eine Vene wandert und im Herz genau die exakte Stelle findet, wo der Eingriff gemacht werden muss, erklärte er uns wie folgt: „Das ist, wie wenn du in den Keller gehst um ein Bier zu holen und das Licht fällt aus, du findest es trotzdem.“
Christoph ist auch Spezialist im Fachbereich Kiterelaunch. Das finde er äusserst spannend, meint er: „Du hast Wind, der kommt und Wasser, das ist einfach da. Und aufgrund dieser Bedingungen musst du den Kite wieder irgendwie aus dem Wasser kriegen.“
Das hat unser Arzt wirklich gut begriffen, und diese theoretischen Erkenntnisse hat er auch praktisch anzuwenden gewusst; auch wenn der Kite noch so verdreht im Wasser lag, Christoph hat ihn immer wieder zum Fliegen gebracht.

Viel Spass hatten wir auch mit unserem Schülergrüppchen aus Bern. Zuerst befürchteten wir, diese würden vielleicht ein Bisschen länger brauchen, bis sie begriffen, wie ein Kite fliegt. Doch da täuschten wir uns gewaltig. Vor allem Evy, die einzige Frau in ihrer Gruppe, begriff besonders schnell, wie das mit dem Kite, dem Board, dem Wind und dem Wasser funktionierte, und hüpfte bald fröhlich über die Wellen raus ins Meer und zurück, ohne Höhe zu verlieren – Respekt!

Und dann waren da noch Markus und seine Freundin Patrizia, welche ihre Haare um die Wette wachsen lassen. Markus hat nicht nur extrem lange Haare, sondern kann auch noch extrem gut jongolieren: bis zu fünf Bälle kann Markus gleichzeitig durch die Luft fliegen lassen!

Weiter war da auch Joel, der Krebse fing und zum Nachtessen grillierte.
Die beiden Zürcherjungs, Balz und Nico, die sich stets süss wie ein Ehepärchen umeinander kümmerten.
Da war die lustige Emmentalerin Mirka, die immer strahlte wie ein Sonnenschein, und ihre neu gewonnene Kitefreundin Petra.
Der tessiner Anwalt Andrea und seine Freundin Alice.
Die beiden Kumpels Alex und Philipp, einer aus der deutschen und einer aus der Westschweiz.
Und zum Schluss die kleine Bündnerin Marielle; so klein wie sie ist, so kilometerweit ist sie stets zu hören.

Nicht zu vergessen sind natürlich wir, die Lehrerinnen und Lehrer.
Da haben wir Alex, die an den Flamingos gefallen fand, da deren Federkleid ihren Lieblingsfarben entsprach: schwarz und pink (obwohl ich eher schwarz und rosa sagen würde, doch das bestritt Alex energisch). Es fehlte nur noch der Totenkopf auf der Brust, um unsere Alex vollständig aus dem Häuschen zu bringen (das ist grundsätzlich ziemlich einfach, Alex aus dem Häuschen zu bringen).

Christoph, alias Bärner, durfte man nicht ansprechen, bevor er nicht sein morgendlicher Kaffee mit Gipfeli verdrückt hat. Sonst riskierte man einen bösen Blick oder gar den Stinkefinger gezeigt. Ansonsten blieb er seinem Lebensmotto treu: Bärnstyle!

Andrin, ruhig und ausgeglichen wie er ist, nahm sich seinen Schülerinnen und Schülern geduldig an. Aber wenn Andrin dann mal mit erzählen beginnt, muss man ihn auch wieder sanft zum Schweigen bringen, bevor der Tag zu Ende ist J.

Aimé genoss in diesen drei Wochen vor allem die Fahrten zum Beach und zurück. Ich musste mich stets gut festhalten um nicht zu sehr nach links und rechts geschleudert zu werden. Trotzdem kam es vor, dass ich wegen eines Schlaglochs mit dem Kopf bis an die Decke hüpfte - autsch. Bei Stefan, dem der Bus gehört, machte Aimé sich damit sicherlich nicht besonders beliebt. Doch das macht nichts, denn mit Liebe und Zuneigung wurde Aimé in Frankreich dank seines Namens genügend überschüttet.

Und ich? was ist zu mir zu sagen? Vielleicht, dass ich jetzt endlich den Railley stehe (yeeeayeeea) und dass ich fleissig am Portugiesisch lernen bin, damit ich für unsere nächste Reise nach Brasilien gerüstet bin. In zwei Wochen geht es los, dann gibt es wieder Neues von uns zu hören. Bis dahin, SALUT!

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