Kitetrip Brasilien
MIT DEM JEEP VON PECÉM BIS JERICOACOARA
1. Tag - Ankunft im „Isca do sol“ und das erste brasilianische Bier
Um Viertel vor 5 morgens mussten Aimé, Christoph und ich heute aufstehen, um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Normalerweise kämpfe ich mich so früh nicht freiwillig aus den Federn - doch heute ging es in die Ferien! Einmal laut gähnen und die Glieder strecken; und schon war ich hell wach.
Eingecheckt hatten wir bereits abends zuvor, und so mussten wir am Flughafen nur noch durch die Passkontrolle, das Terminal suchen und an Bord steigen. Im Flugzeug fanden wir dann den Rest unserer Gruppe vor.
Mit dabei waren Denise und Franco Cavegn, die im Frühling bereits mit uns in ägypten auf der Rosinante waren (siehe Reisebericht „Kite Cruise“). Ihre Tochter Jamie und Denises Mutter Sonja waren auch mit auf dem Flug. Während der kommenden Woche sollten Enkelin und Grossmutter im Hotel, von wo aus unser Trip starten würde, eine gemütliche Woche zu zweit verbringen.
Ebenfalls begleitet wurden wir von Raphi und Marina: die beiden haben wir in Silvaplana kennengelernt, wo Raphi regelmässig am Kiten ist und diesen Sommer seinen Kiteinstruktorkurs absolviert hatte. Marina, seine Freundin, ist noch am lernen und wird in der kommenden Woche als Raphis erste Schülerin von dessen neu erworbenen Kenntnissen profitieren.
Nach 8 Stunden Flug von Zürich direkt nach Fortaleza wurden wir von Hans, unserem Reiseführer, bereits erwartet. Ein Jeep und ein kleiner Bus wurden mit unserem Gepäck beladen und wir fuhren nach Pecém, ins Hans Pousada „Isca do sol“, von wo aus unsere Reise starten würde. Auf der Fahrt lernten wir Rolf und Chris kennen, die im „Isca do sol“ Kite-Ferien machen wollten, sich dann aber spontan dazu entschlossen, uns auf dem Trip zu begleiten.
In Pecém angekommen, nisteten wir uns im „Isca do sol“ ein, wo wir die ersten zwei Nächte verbringen sollten.
Die „Isca do sol“ - „isca“ heisst übersetzt Köder, also „Sonnenköder“ oder so ähnlich - liegt direkt am Meer. Sie umfasst einige Bungalows und kleine Appartements, einfach aber gemütlich eingerichtet. Im Zentrum des Anwesens ein Swimmingpool, umsäumt von Palmen, daneben eine Bar, an welcher ununterbrochen das Forro-Radio läuft und somit das Brasil-Ambiente unterstütz, ein offenes Restaurant, in welchem hauptsächlich Schweizergerichte angeboten werden, vervollständigen das Bild dieser kleinen Oase.
Hans, der Besitzer und Gründer der Pousada, kommt aus der Schweiz - deshalb die schweizer Gerichte im Restaurant. Er ist vor ungefähr 23 Jahren nach Brasilien ausgewandert und hat vor 16 Jahren die Pousada „Isca do sol“ ins Leben gerufen. Er bietet Abenteuer-Reisen mit Jeep und Buggies an, und hat mit uns zum ersten Mal einen Kitetrip durchgeführt. Hans ist ein überaus gutmütiger Kerl, in den älteren Jahren, doch im Herzen jung geblieben. Er führt die Gäste zu den schönsten Orten zwischen Pecém und Jericoacoara und wir sollten in der kommenden Woche eine Menge Spass mit ihm haben.
Kurz bevor die Sonne unterging, hatten wir heute bereits eine erste Kitesession auf dem Meer. Anschliessend genossen wir unseren ersten Caipirinha an der Bar, und zum Nachtessen verdrückten wir unser erstes Filet Mignion und tranken dazu unser erstes brasilianisches Bier. Wir freuten uns auf mehr.
2. Tag -Mückenplage und Kitesurfen bis zum Muskelkater
Den Tag nach unserer Ankunft verbrachten wir im „Isca do sol“. Leider war unsere erste Nacht nicht besonders erholsam: Von hunderten kleinen brasilianischen Mücken gestochen, waren wir hauptsächlich mit Kratzen beschäftigt - die Moskitonetze haben wir erst am Tag darauf im Schrank entdeckt.Um 6 Uhr morgens, froh der Mückenplage endlich entronnen, krochen wir aus dem Bett und Christoph, Aimé und ich sprangen mit unseren Kites ins Meer. Um 9 Uhr machten wir uns dann heisshungrig übers Morgenbuffet her. Danach gab es für Franco, Denise und Raphi eine erste und für uns bereits eine zweite Morgensession. Und nach einer Mittagspause ging es nochmals aufs Wasser, so dass wir am nächsten Morgen bestimmt jeden einzelnen unserer Muskeln spüren würden. Marina liess ihren Kite vorerst noch im Bag ruhen und genoss selbst die Ruhe ihres ersten Ferientages in Brasilien.
Zum Abendessen gab es ein Fondue Chinoise – typisches brasilianisches Essen sollten wir in der kommenden Woche noch zu genüge geniessen dürfen. An diesem Abend gesellten sich Rolf und Chris zu uns, die uns ab dem kommenden Tag begleiten würden.
Die zweite Nacht, unter dem Mückennetz geschützt, schliefen wir wie Götter.
3. Tag - Ein U-Kite und die erste typische brasilianische Mahlzeit
Heute machten wir uns früh auf den Weg. Wir beluden unsere zwei Jeeps, die uns ab sofort begleiten sollten und verabschiedeten uns von der kleinen Jaime und Denises Mutter Sonja. Die meiste Zeit dem Beach entlang, fuhren wir unserem ersten Ziel entgegen: Paracuru, ein bekannter Spot mit grossem Flachwasserrevier und schönen Wellen – ein Riff lässt die Wellen brechen, wodurch das Flachwasserrevier davor entsteht.
Christoph, von allen „Bärner“ genannt, der es normalerweise mit allem sehr gemütlich nimmt, ist beim Kiten untypischerweise immer der erste auf dem Wasser, so auch heute in Paracuru. Denise war so lieb und hat Francos Kite angeleint. Dieser wunderte sich auf dem Wasser ab der ungewöhnlich starken C-Form, beinahe U-Form seines Kites - Denise hat dummerweise die 5te Leine vergessen, was dem Kite diese ungewöhnliche Form verlieh. Wir anderen starteten unsere Kites problemlos und stürzten uns ungeduldig aufs flache Wasser.
Leider war dieser bekannte Spot - wie zu erwarten - um 10 Uhr bereits überfüllt und wir machten uns bald wieder auf die Socken, dem nächsten Ziel entgegen.
Den zweiten Halt machten wir in Lagoinha, wo wir unser erstes typischen brasilianisches Mahl genossen: es gab carne do sol, Fleisch, welches an der Sonnen getrocknet wird und dadurch etwas zäh, dafür umso geschmacksintensiver wird. Es gab frango (Hünchen), farofa (Mehl in öl geröstet) und añao (Reis mit Bohnen gemischt). Zum trinken gab es Skol (brasilianisches Bier), Cocacola und coco verde (Kokosmilch direkt aus der Nuss).
Als Nächstes war ein Downwinder geplant: mit unseren Jeeps wollten wir eine Viertelstunde weiterfahren und den Rest vom Weg nach Flecheiras, wo wir übernachten wollten, mit dem Kite zurücklegen. Bevor wir jedoch mit den Jeeps am Ausgangspunkt unseres Downwinder angelangt waren, entdeckten wir nicht weit vom Meer eine Lagune. Sofort änderten wir unseren Kurs und steuerten auf den Fleck Wasser zu, wo lediglich zwei Kiter am fahren waren – normalerweise sind am Tag die kitebaren Lagunen in Brasilien überfüllt. Hoch erfreut über unsere Entdeckung pumpten wir unsere Kites, rasten über das herrliche Flachwasser und übten unsere Sprünge. Auch Marina konnte hier ihre ersten Versuche starten.
Ausgepauert machten wir uns dann auf den Weg nach Flecheiras. Wir bezogen die Pousada, die nicht besonders hübsch, dafür ausgesprochen teuer war, und gingen dann im Restaurant von Nono essen. Zufrieden, erschöpft und mit vollen Bäuchen hingen wir in unseren Stühlen, und als der grosse Raphi sich streckte, gab der Stuhl nach und Raphi verschwand zum Glück nur fast unter dem Tisch.
4. Tag - Maracujas löffeln und Frösche im Klo
Heute wollten Raphi und Marina ausschlafen. Wir anderen gingen etwas downwind unserer Pousada Kiten. Später gingen die Männer unser Gepäck im Hotel holen, während Denise und ich auf unsere Kites aufpassen sollten.
Denise hatte einige Maracijas dabei, leider dazu weder Messer noch Löffel, womit wir die Früchte bearbeiten konnten. Nicht weit von uns hat sich eine brasilianische Familie auf ihrem Sonntags-Ausflug niedergelassen. Unter einem Sonnendach wurde añao gekocht und aus dem Auto war lautstarke Forro-Musik zu hören: es wurde gegessen, getrunken und getanzt. Denise und ich gingen kurz entschlossen vorbei, um nach einem Messer zu fragen. Als wir jedoch mit unseren Maracujas aufkreuzten, wurden wir mit ungläubigen Augen angestarrt: „Was? Das wollt ihr essen? Daraus macht man Sucos!“ Trotzdem boten sie uns Messer und Löffel an, lachten jedoch immer wieder herzhaft und schüttelten ungläubig den Kopf. Zu unseren Maracujas bekamen wir Cola zu trinken und von ihrem añao zu kosten – als unsere Gruppe zurück war, hatten Denise und ich bereits zu Mittag gegessen.
Wieder in der Gruppe vereint, fuhren einige von uns mit dem Kite eine kurze Strecke downwind. Mit dem Jeep ging es dann weiter Richtung Icaraí, unserer nächsten Unterkunft entgegen. Zwischendurch gab es ein Mittagessen im ähnlichen Stil wie tags zuvor. Auch Denise und ich, obwohl bereits volle Bäuche, schlugen nochmals kräftig zu.
Auf der Weiterfahrt mussten wir einen Fluss überqueren. Eine Brücke gab es hier nicht, nur ein kleines Floss, welches mit einem kleinen Motor angetrieben wurde; damit wurden unsere Jeeps einzeln über den Fluss befördert. Am frühen Abend trafen wir in Icaraí ein, einer wunderschönen Bucht, umsäumt von Palmen. Nach einer weiteren Kitesession bezogen wir unsere Pousada „Les Alizes“. Hier machten wir einmal mehr Bekanntschaft mit Fröschen im Klo: Marina war die erste, der plötzlich während dem Geschäft etwas nasses und kaltes am Po klebte. Dies sollte nichts Ungewöhnliches bleiben, und seit ich selbst Erfahrung damit gemacht habe, spüle ich nun immer schnell, bevor ich mich aufs Klo setze. In der Abenddämmerung genossen wir auf der Terrasse Bier, Caipirinhas und die besten Fruchtcocktails, die ich je gekostet habe. Zum Nachtessen gab es Pizzas, auf Bodenplatten serviert. Das hatte Stil und schmeckte einmal mehr einfach köstlich.
5. Tag - Flüchtender Kite und Cachaça an der Raststätte
Heute musste ich mich als Kiteretterin unter Beweis stellen. Einige 100 Meter nordwärts unserer Pousada gingen wir am Morgen Kiten. Plötzlich löste sich bei Aimé nach einem unhoocked Sprung die Sicherheitsleashe vom Trapez, und der Kite tanzte alleine mit dem Wind davon. Ich folgte mit meinem Kite und erfasste die Leashe des flüchtenden Kites. Da ich es nicht schaffte, die Leashe an meinem Trapez zu befestigen, löste ich die eigene und befestigte sie an Aimés Kite. So liess ich mich nun Richtung Land ziehen. Da der Wind sehr böig war, stürzte dummerweise mein eigener Kite in einem Windloch kurz vor Land ins Wasser. In dem Moment bewegte sich Aimés Kite auf meinen zu und bevor ich den eigenen wieder starten konnte, hatten sich die Leinen der beiden Kites bereits ineinander verwickelt. So musste ich meinen Kite auslösen und zusammen mit Aimés Kite an der selben Leashe befestigen. Zum Glück zogen mich die beiden Kites nicht ins Meer hinaus sondern an Land, wo mich Aimé erwartete und mir half, die Leinen wieder zu entwirren.Nach einem kurzen Downwinder anschliessend, fand nun eine längere Jeepfahrt über Land statt: über Holperpisten, Sanddünen und durch Schlammlöcher, an Palmen und Sträuchern vorbei, unter tiefhängenden ästen hindurch, Ziegen, Pferden und Kühen ausweichend, winkende Kinder und Bauern auf Fahrräder grüssend. In einem verlassenen Dörfchen machten wir Halt vor einem kleinen Kiosk. Eigentlich wollten wir nur etwas kaltes Wasser oder eine Cola zur Erfrischung kaufen, doch da tauchte plötzlich diese Flasche Cachaça auf dem Tresen auf - Hans meinte, das gehöre nun zum Programm. Wir wollten unserem Reiseführer natürlich nicht widersprechen und so hielten alle bald einen Becher davon in der Hand, lediglich mit etwas Cola verdünnt. Es gab dann noch einen zweiten und vielleicht auch einen dritten Becher, auf alle Fälle war die Flasche Cachaça bald leer und die zweite bereits geöffnet. Also, nicht dass ihr jetzt denkt, wir hätten übertrieben – aber etwas Spass hatten wir schon.
Wie wir da an unserer Raststätte am trinken waren, sahen wir uns plötzlich von Duzenden von Kindern umringt. Die freuten sich wohl, dass in ihrem Dorf mal etwas Aussergewöhnliches los war. Wir verteilten Schleckstengel, die wir am Dorfkiosk erhielten, und Chris fotografierte die vielen lachenden, unsicheren, frechen, fröhlichen, gutmütigen Gesichter um uns herum. Chris entpuppte sich hier als äusserst guter Menschenfotograph – deshalb sind so viele Kinderphotos im Gallerieordner zu sehen; da mir alle so gut gefallen haben, konnte ich mich nicht entscheiden, welche ich weglassen sollte.
Unsere Jeepfahrt ging weiter, gefolgt von zwei Flussüberquerungen, wie tags zuvor. Diesmal wurden die Flosse jedoch nicht mit Motor angetrieben, sondern einmal mit zwei langen Stangen aus Holz gestossen und das andere Mal an einem über den Fluss gespannten Seil gezogen.
Nach der zweiten Flussüberquerung machten wir einen weiteren Halt vor einem Restaurant, wo wir eigentlich nur schnell aufs Klo wollten. Doch immernoch beschwingt vom Cachaça, liess uns die Musik vor dem Restaurant die Hüften schwingen. Hans gab mir einen Schnellkurs im Forro-Tanz; so schwang er mich bald über den Betonboden, zwar trat ich ihm etwas zu oft auf die Füsse, doch für den ersten Versuch war das bestimmt nicht so schlecht.
Unser Mittagessen nahmen wir in Almofala ein, beim „verrückten Argentiner“, wie ihn Hans betitelte. Er und seine brasilianische Frau, die mindestens genau so verrückt ist wie er, betreiben zusammen ein hübsches kleines Restaurant am Strand. Während wir unser Essen genossen, erteilte SIE uns Brasilianisch-Unterricht und ER war etwas abseits am Malen und schwärmte währenddessen von Denise, und wie gerne er sie malen würde, ihm aber das Schwarz ihrer Haare fehlen würde.
Zum Kiten waren wir nach diesem anstrengenden Tag zu müde, und so ging unsere Reise weiter nach Preá, in die schönste Pousada, die ich je zu Gesicht bekommen habe; die „Vila Preá“ liegt am Strand, etwas ausserhalb des Dorfes. Sie besteht aus wenigen Bungalows, die mit einem Holzsteg verbunden sind. Dazwischen befindet sich ein Garten aus Palmen, Kaktussen und anderen exotischen Blumen und Pflanzen. Die Bungalows sind einfach aber stilvoll aus Holz gebaut und verfügen über eine kleine Terrasse. Das Aussergewöhnlichste, was diese Bungalows jedoch zu bieten haben, ist das Badezimmer: man sitzt in einem kleinen Garten, ummauert, aber gegen Himmel offen. Zwischen drei verschiedenen Duschen kann man auswählen und alles ist bis aufs kleinste Detail mit Muscheln, Steinen oder Zeichnungen ausgeschmückt und verziert - Hier war es eine wahre Freude, sein Geschäft zu verrichten.
6.Tag - Sehr viel Wind und ein Sonnenuntergang über dem Meer
Die heutige Sensation des Tages war das Morgenessen: Sucos de Guayaba oder laranja, Crêpes mit Schokoladen- oder Bananenfüllung, Eieromeletten und frisch aufgeschnittene Ananas, Mangos oder Bananen – es konnte bestellt werden was und so viel wir wollten, und alles wurde à la minute zubereitet.
Nachdem wir unsere Bäuche vollgeschlagen haben, war es Zeit für die erste Kitesession in Preá. Wir packten unsere sieben Sachen, dazu die kleinsten Kites, die wir mitgebracht haben, denn der Sand flog uns nur so um und in die Ohren, und Hüte und Sonnenbrillen mussten wir mit beiden Händen festhalten. So starken Wind wie in Preá hatten wir bis anhin nirgendwo, doch das ist nicht untypisch für diese Region. Ich zog den 7m Kite auf, den Kleinsten, den ich mit hatte, und wurde dennoch mehr ins Meer gerissen denn sanft gezogen.Christoph und Aimé erlebten, der eine mit dem 9m und der andere mit dem 10m Kite, beide völlig überpowert, ihre absoluten Höhenflüge. Am späteren Nachmittag machten wir einen Ausflug nach Jericoacoara, ein Windsurfmekka, und einer der wenigen Orte in Brasilien, wo die Sonne über dem Meer untergeht. Der Sonnenuntergang kann von einer Sanddüne direkt am Meer aus beobachtet werden – ein Bild, das in jedem Reiseprospekt vorzufinden ist. Jeri ist ein kleines Dörfchen, das nur über Sandstrassen oder bei Ebbe dem Strand entlang zu erreichen ist. Es gibt viele Pousadas und demnach viele Touristen, die durch die Strassen aus Sand schlendern, von einem Laden zum nächsten, wo viele touristische Artikel angeboten werden wie Halsketten aus Pflanzensamen, Hängematten, Surfshorts oder verzierte Tassen wo Jericoacoara draufgemalt steht. Artesanos bieten in den Strassen ihren gebastelten Schmuck an und Capoeira-Tänzer führen am Strand ihre Kampfkünste vor. Das Abendessen nahmen wir bei Oscar ein, einem Bekannten von Hans, ebenfalls ausgewanderter Schweizer. Denise und Franco, die Oscar in einem anderen Jahr schon mal besucht hatten, schwärmten schon den ganzen Tag vom guten Fleisch, welches wir hier zu essen bekommen sollten: von jetzt an schwärmt auch der Rest der Gruppe davon.
7.Tag -Gemütliche Stunden mit unserem Hauskätzchen „Gatinho“
Heute verbrachten wir den ganzen Tag in und vor dem „Vila Preá“. Die erste Kitesession fand bereits vor dem Morgenessen statt, da morgens der Wind noch etwas sanfter bläst. Anschliessend wurde gegessen, wieder gekitet, auf der Terasse des Hauptgebäudes im Internet gesurft, oder gelesen, so wie ich es heute vorwiegend tat. Ich machte es mir in der Hängematte vor unserem Bungalow bequem, neben mir schlief unser Hauskätzchen, mit welchem wir tags zuvor durch ein kleines Missgeschick meinerseits Bekanntschaft schlossen.Nach der Ankunft im „Vila Preá“, als wir unser Gepäck ins Bungalow schleppten, bin ich dummerweise auf ein kleines Kätzchen getreten, die aufmiaulte und entsetzt vom Holzsteg sprang. Das Kätzchen ist mir von da an nicht etwa aus dem Weg gegangen, nein, es zog mit uns in unser Bungalow ein; wann immer wir ins Bungalow zurückkehrten und die Türe aufschlossen, Gatinho streckte als erstes ihr Köpfchen aus der Türe; wer morgens als erstes ins Bad ging und die Badezimmertüre öffnete, Gatinho kam einem entgegen und miaute einem ein „bom dia“ entgegen. Als Gegenleistung für die nette Gesellschaft, brachten wir unserem kleinen Mitbewohner unsere Essensreste nachhause, die dankbar angenommen wurden. Gerne beteiligte sich das Kätzchen auch an unseren Snacks; Cashewnüsse oder Schokoladenbonbons, Gatinho liess sich alles gerne schmecken.
8.Tag -Heimreise, schwelgend in Erinnerungen
Unglaublich, wie schnell diese Woche vergangen war. Bereits war wieder Mittwoch, Tag der Abreise. Nach einer kurzen Kitesession und einem abermals gigantischen Morgenessen, beluden wir unsere Jeeps. Die vergangene Woche sind wir bis nach Preá beinahe den ganzen Weg dem Beach entlang oder über Schotterpisten durchs Landesinnere gefahren; zurück ging es nun über die Asphaltstrasse. Etwas wehmütig aber erfüllt machten wir uns auf den Heimweg, den Erlebnissen der vergangenen Tage nachhängend: unsere Kitesession auf der Lagune kurz nach Lagoinha, der Tanz vor dem Restaurant nach der dritten Flussüberfahrt, der verrückte Argentiner oder unser Hauskätzchen in Preá: es wird uns alles in guter Erinnerung bleiben.
Aimé, Christoph und ich werden noch sechs weitere Wochen in Brasilien bleiben, die erste Woche im Hotel Tendas do Cumbuco, für die restlichen fünf Wochen haben wir mit Freunden aus der Schweiz in Taiba, direkt am Strand ein Haus gemietet. Denise, Franco, Marina, Raphi, Rolf und Chris bleiben noch einige Zeit im „Isca do sol“.



